Interviews mit Experten – Teil 1 / Thema Nagelpilz mit Ansgar Möller

 

Interviews mit Experten – Teil 1 / Thema Nagelpilz mit Ansgar Möller

. Allgemein 31 Mai 2016

In der neuen Kategorie “Interviews mit Experten” werden wir zukünftig regelmäßig mit Fußexperten zu interessanten Themen sprechen. Den Anfang macht in dieser Woche Ansgar Möller, den wir im Rahmen unserer Fortbildung in Göttingen interviewen konnten.

Thema: Nagelpilz – Behandlung und Prophylaxe

Interviewpartner: Ansgar Möller

– Podologe
– Fachkrankenpfleger Anästhesie und Intensivmedizin
– seit 1996 Referent für Wundversorgung und Podologie
– seit 1994 Spezialisierung in der hydroaktiven Wundversorgung und in der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms
– 2002-2010 pflegerische Leitung des zentralen Wundmanagements und der diabetologischen Fußambulanz im Klinikum Bielefeld
– Praxis für Podologie & Wundversorgung in Oerlinghausen mit Zulassung aller Krankenkassen seit 01.08.2009

 

Prontoman: Hallo Herr Möller! Schön, dass Sie noch Zeit für ein kurzes Interview haben. Da das für viele Betroffene ein sehr wichtiger Punkt ist, möchten wir mit der Frage starten, wie Nagelpilz übertragen wird?

Möller: Eine Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch, z.B. in sanitären Anlagen, Schwimmbädern, Saunen oder Sporthallen bzw. Fitness-Studios, aber auch von Tier zu Mensch oder nur durch Barfußlaufen im Garten (Übertragung z.B. durch das Erdreich). Entscheidend dabei ist, dass die sich infizierende Person z. B. durch ein geschwächtes Immunsystem dafür empfänglich ist.

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Prontoman: Wie hoch ist ungefähr der prozentuale Anteil der Patienten die Probleme mit Nagelpilz haben?

Möller: In meiner Praxis liegt der Anteil bei ca. 30%, bei denen mehr als ein 5 Zehen betroffen sind, der Anteil von 1-3 betroffenen Zehen liegt ca. bei 10%.

Prontoman: Wie macht sich Nagelpilz bemerkbar? Welche Symptome treten auf?

Möller: Der Nagel verändert sich in Farbe und Dicke, er wird rissig und brüchig. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu einem Druckgefühl und Schmerzen im Nagelbereich kommen. Der Podologe kann bei der Bearbeitung des Nagels einen unangenehmen Geruch feststellen. Bei der Onychomykose kann sich auch eine subunguale Infektion bilden.

Prontoman: Wie kann man den Nagelpilz bekämpfen? Wie werden die Patienten in der Praxis behandelt?

Möller: Der betroffene Nagel wird auf Niveau gefräst oder geschliffen. Es sollte so viel mykotisches Material entfernt werden wie möglich. Es empfiehlt sich eine Vorbehandlung mit Prontoman-Spray, um den Geruch zu minimieren und zusätzlich befallene Nagelanteile atraumatisch zu entfernen. Zur Nagelpilzprophylaxe empfehle ich das PROTECT Nagel. Bei einer Infektion sollte zur weiteren Therapie immer ein Arzt hinzugezogen werden, der u.a. eine mikrobiologische Untersuchung des Nagels veranlassen kann. Eine ärztliche Therapie besteht meist aus einem lokalen und/oder systemischen Antimykotikum.

Prontoman: Wie kann man dem Nagelpilz vorbeugen?

Möller: Als Podologe empfehle ich allen Patienten, die viel Sport treiben, Schwimmbäder oder Saunen besuchen das PROTECT Fuß. Patienten die zusätzlich Probleme mit einer Dermatomykose haben, lege ich nahe, den Prontoman Schaum im Interdigitalreich anzuwenden. Für mich steht allerdings an erster Stelle, meinen Patienten zu motivieren, die empfohlenen Prophylaktika auch regelmäßig anzuwenden.

Prontoman: Gibt es saisonale Auffälligkeiten? Welche Altersgruppe ist betroffen?

Möller: Es gibt keine saisonalen Auffälligkeiten, da die Onychomykose im Gegensatz zu anderen Infektionskrankheiten, wie z.B. einer Erkältung, eine schleichende Erkrankung ist, die erst später erkannt wird. Auffällig ist nur, dass die Patienten sich meist in der warmen Jahreszeit melden, da sie erst dann Auffälligkeiten an ihren Füßen erkennen. Es sind alle Altersklassen betroffen, mein jüngster Patient war 16 Jahre alt, allerdings sind Personen über 40 Jahre häufiger betroffen.

Prontoman: Was können Sie den Lesern zum Thema Behandlungsdauer sagen?

Möller: Die Behandlung dauert ca. 1 Jahr. Der Nagel benötigt im Durchschnitt so lange, um einmal komplett durchzuwachsen. Die Behandlungsdauer ist weiterhin abhängig, wie regelmäßig der Patient den Podologen zur Behandlung aufsucht und die empfohlenen Produkte anwendet. Wenn der Nagelpilz erfolgreich therapiert ist, bedeutet dieses nicht, dass es zu keinem Rezidiv kommen kann. Der Patient sollte auf jeden Fall die prophylaktischen Maßnahmen durchführen. Den größten Fehler, den der Patient machen kann ist es, den befallenen Nagel einfach mit kosmetischen Nagellack zu überdecken.

Prontoman: Vielen Dank für das Interview!

 

 



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