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Das Diabetische Fußsyndrom

 

Was ist ein Diabetisches Fußsyndrom?

Ein Diabetisches Fußsyndrom ist eine Begleiterscheinung bei Diabetes Typ 2, also Diabetes mellitus. Umgangssprachlich wird ein Diabetisches Fußsyndrom auch als diabetischer Fuß bezeichnet und betrifft in Deutschland zahlreiche Menschen mit „Zuckerkrankheit“. Pro Jahr müssen über 40.000 Patienten eine Amputation in Kauf nehmen, wodurch das Diabetische Fußsyndrom zu den häufigsten Ursachen für Amputationen gehört und kaum über Heilungsaussichten verfügt. Nach Wagner und Armstrong wird ein Diabetisches Fußsyndrom in 5 Stufen aufgeteilt, von denen Stufe 4 und 5 durch teilweise oder den ganzen Fuß betreffende Nekrosen zur Amputation führen. Da es sich nicht um eine solitäre Erkrankung, sondern um eine Begleiterscheinung von Diabetes Typ 2 handelt, gilt es neben dem Fußsyndrom vor allem die Primärerkrankung zu lindern und so ein Voranschreiten der Symptome zu verhindern.

Ursachen für ein Diabetisches Fußsyndrom

DiabetesWer an Diabetes mellitus erkrankt ist, sollte bei schlecht heilenden Wunden am Unterschenkel oder Fuß aufmerksam reagieren. Früher wurde ein Diabetisches Fußsyndrom oftmals mit dem Begriff „offenes Bein“ umschrieben, da sich kleine Verletzungen häufig am Unterschenkel, an den Knöcheln und auf dem gesamten Fuß ausbreiteten und zu eitrigen Hautstellen, sowie der Ablösung der gesamten Haut im betroffenen Areal führten. Auch Durchblutungsstörungen und diabetesbedingte Nervenschädigungen, sowie vermindertes Schmerzempfinden kommen als Ursache für ein diabetisches Fußsyndrom in Frage. Werden Schmerzen nicht authentisch wahrgenommen, können durch drückende Schuhe oder das Anstoßen des Zehs in der Schuhspitze Wunden entstehen, die vom Betroffenen nicht wahrgenommen werden und sich entsprechend entzünden. Zu den am häufigsten auftretenden Ursachen für ein Diabetisches Fußsyndrom zählt der Chacotfuß, bei dem Knochen und Gelenke ohne das Bemerken des Betroffenen zerstört und die Bildung von Geschwüren begünstigt werden.

Symptome – wie äußert sich ein Diabetisches Fußsyndrom?

Die häufigsten Symptome sind Nervenschädigungen und Störungen der Durchblutung. Ein Taubheitsgefühl, unangenehmes Brennen oder Kribbeln in Zehen und Füßen kann ein sicheres Indiz für ein Diabetisches Fußsyndrom sein und sollte ernst genommen werden. Betroffene haben das Gefühl auf Watte zu laufen oder empfinden ihre warmen Füße als kalt. Auch Ruheschmerz ist ein Hinweis darauf, dass sich ein Diabetisches Fußsyndrom ankündigen kann. Ebenso gehören Gelenkschmerzen und eine verstärkte Hornhautbildung, sowie eine starke Tendenz zum Erkranken an Nagelpilz und die Minderung von Schmerzempfinden, sowie eine falsche Temperaturdeutung zu den primären Symptomen für ein Diabetisches Fußsyndrom. Kalte Füße, dünne pergamentartige und sehr blasse, bläulich schimmernde Haut, sowie unerklärliche Druckstellen und Wadenschmerzen bis Krämpfe weisen auf starke Durchblutungsstörungen hin. Auch die nicht richtig funktionierende Durchblutung ist ein Symptom, durch dass sich ein Diabetisches Fußsyndrom äußern kann.

Diagnose Diabetisches Fußsyndrom

Diabetiker FussEin Podologe erkennt die Symptome und kann eine auf den Patienten abgestimmte Behandlung einleiten. Wird die Diagnose Diabetisches Fußsyndrom gestellt, ist der behandelnde Arzt auf die Mithilfe seiner Patienten angewiesen und verweist ab Stadium 2 auf die Notwendigkeit, einen klinischen Aufenthalt mit Therapie in Erwägung zu ziehen. Bleibt die Diagnose ungeachtet und wird ein Diabetisches Fußsyndrom nicht konsequent und nachhaltig behandelt, verschlimmert sich der Zustand und am Ende steht eine Amputation, da das nekrotische Gewebe an Teilen des Fußes oder am gesamten Fuß entfernt werden muss. Ein Diabetisches Fußsyndrom wird in der Regel nicht von einem Mediziner, sondern von einem spezialisierten Team aus Podologen und Dermatologen, Psychologen und weiteren Fachkräften vorgenommen. Wichtig ist hierbei die ganzheitliche Behandlung des Patienten, da sich ein Diabetisches Fußsyndrom durch psychosomatische Beeinträchtigung verstärken und rasant verschlimmern kann.

Therapie und effektive Behandlungsmöglichkeiten

Je nach Schwere der Erkrankung werden Spezialisten eine Behandlung anstreben, durch die die Auswirkungen gemindert und ein Voranschreiten der Erkrankung vermieden wird. Ein Diabetisches Fußsyndrom im Anfangsstadium lässt sich sehr gut eindämmen, während die Behandlung bei akutem Verlauf und im fortgeschrittenen Stadium viel Geduld vom Patienten und dem Ärzteteam erfordert. Zur Therapie gehört die Ursachenbekämpfung, die oftmals mit chirurgischen Maßnahmen wie beispielsweise einem Bypass zur Verbesserung der Durchblutung einhergeht. Einen ebenso wichtigen Bestandteil nimmt die regelmäßige Wundversorgung ein, bei der die Abtragung von geschädigtem oder bereits nekrotischem Gewebe notwendig sein kann. Verbände wechseln, sowie die psychologische Intervention ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Therapie, die je nach Schwere der Erkrankung als Hyperbare Sauerstofftherapie, Reizstrom- oder Stoßwellentherapie, Licht- und/oder Wärmetherapie, sowie einer Ultraschalltherapie verordnet wird.

Vorsorge – durch Prävention Diabetisches Fußsyndrom vermeiden

diabetisches FusssyndromMenschen die unter Diabetes leiden, können mit präventiven Maßnahmen gegen ein Diabetisches Fußsyndrom wirken. Dazu gehört eine optimale Fußpflege, sowie die tägliche Kontrolle von Füßen und Unterbeinen auf Wunden. Harnstoffhaltige Cremes können das Risiko für ein Diabetisches Fußsyndrom lindern und die Füße optimal schützen. Wichtig ist hierbei, dass die Creme keine Rückstände auf den Zehen oder in den Zehenzwischenräumen hinterlässt, da Feuchtigkeit nicht nur Fußpilz fördern, sondern auch ein Diabetisches Fußsyndrom begünstigen kann. In der Nagelpflege sollte auf Raspeln und Co. verzichtet werden, da kleinste Verletzungen ein Diabetisches Fußsyndrom auslösen und die Risiken für an Diabetes erkrankte Menschen erhöhen können.

Eine gerade Form der Fußnägel ist wichtig und wird nicht mit der Schere, sondern mit einer feinen Nagelfeile erzeugt. Auf Hühneraugenpflaster und Tinkturen sollte man besser verzichten, da auch diese zu Irritationen und kleinsten Hautverletzungen, damit zu den Ursachen für ein Diabetisches Fußsyndrom führen können. Schuhe und Strümpfe müssen bequem sein, Schweißfüße vermeiden und keine Druckstellen erzeugen. Auf Barfußlaufen sollte man wegen des Verletzungsrisikos besser verzichten und darauf achten, dass die Füße keiner enormen Hitzeeinwirkung ausgesetzt sind. Der regelmäßige Besuch beim Podologen, sowie die Entscheidung für eine professionelle Fußpflege ist mit erhöhtem Risiko für ein Diabetisches Fußsyndrom angeraten. Wer zur Risikogruppe gehört und an Diabetes Typ 2 erkrankt ist, sollte seinen Füßen besondere Aufmerksamkeit in der täglichen Pflege, sowie der Verletzungsprävention schenken.



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